REPORTAGEN

Alltag und Feste, Natur und Architektur – vor allem aber die Menschen, die all dem Form und Leben geben stehen im Fokus meiner „kleineren“ Publikationen. Jedoch auch bei ihnen ist der Radius weit gesteckt: von Lissabon bis Livingston, vom Rhein bis an den Irrawady, von der Côte d’Azur bis in den Oman.

Die Zeit
 

Himmelbett
im Herrenhaus

 

Portugals Quintas und
Casas Nobres empfangen
auch Touristen


Mit einem warmen Lächeln zieht uns Dona Lizette Marilia in die dunkle Kühle ihres Salons. Eine Oase der Frische öffnet sich hinter den armdicken, aus rohen Granitsteinen gefügten Mauern, während draußen über den Weinfeldern und den sanft gewellten Äckern des Alto Tamaga heiß die Sonne brütet. Wir sind in Portugals äußerstem Norden. Trás-os-Montes heißt die Region, Santo Estêvão das Dörfchen. Anfang des 13. Jahrhunderts, meinen Lokalhistoriker, habe hier Portugals zweiter rechtmäßiger König, Sancho II., residiert. „Und die Gattin des vierten, Königin Isabel, hat in unserer Quinta die Nacht vor der Hochzeit verbracht“, strahlt Dona Lizette.

FAZ
 

Die Perle des Orients
an den Ufern des Po 

 

Riso für Risotto, Venere
für die Suppe

 

Serafino Bono beugt andächtig den Rücken zur Erde. Mit einer großen Sichel schneidet der stämmige Bauer liebevoll ein Bündel Halme aus dem gelbgrünen Pflanzenmeer eines der Felder um sein Gehöft. Es sind Reishalme, filigrane Stengel mit spitzen langen Blättern und jeweils fasts hundert Körnern, die an fein verzweigten Pflanzenfädchen hängen. "Noch nicht ganz reif", befindet Signore Bono nach eingehender Prüfung.

abenteuer & reisen 

 

Tropisches Frankreich

 

La Réunion ist bekannt
für Vanille, Vulkane und wunderbare Strände

 

Weiß schäumte das Meer gegen die schwarzen Felsen. Der Alte mit Strohhut und feingebügelten Sonntagshemd aber stand unbewegt an der steilen Kante des wütenden Ozeans, hielt konzentriert seine Angel in die Tiefe. "Le sud sauvage", den wilden Süden, nennen die Einheimischen den südwestlichsten Zipfel von La Réunion. Der noch immer aktive Vulkan Piton de la Fournaise beherrscht hier das Leben. Mit unermüdlicher Heftigkeit liefern sich Feuerberg und Fluten ihren Kampf. Die meisten Inselbewohner nutzen das Meer daher am liebsten als Kulisse: Für ein fröhliches Sonntagspicknick zum Beispiel. In großen Töpfen dampft dabei im Palmenschatten das Nationalgericht "Cari" auf den Feuerstellen, eine köstliche Mischung aus weißem Reis, roten Bohnen, deftigem Fleisch oder Fisch und höllisch scharfem "rougail".

 

 

Werde Magazin

 

Der Duft 
meines Lebens 

 

Rosen und Rosenöl aus Marokko wurden bereits im Mittelalter teuer gehandelt


Eine kühle Brise bläht die weißen Vorhänge auf der Dachterrasse. Über Palmwipfel, Bananenstauden und Orangenbäume schweift der Blick zu den Storchennestern auf dem El Badi Palast. Nur als feines Surren vibriert aus der Ferne der Lärm Marrakeschs zu unserem Riad-Gästehaus herüber. In der Kühle des Morgens lotste Saana mich zuvor durch die Fülle des Marktes. Frische Auberginen, leuchtende Tomaten, knackige Zwiebeln, dunkel glänzende Oliven, Petersilie von der alten Bäuerin. Minze und Salbei; Geranium-Blätter für den Tee. Dann weiter zum Gewürzverkäufer. Saana riecht und prüft, lässt mich schnuppern an Kreuzkümmel, Pfefferkörnern, gemahlenem Ingwer. Nun fehlen noch die feinen Aromen von Früchten und Blüten fürs Dessert: „fleurs d’orange et l’eau de rose“ – Orangenöl und Rosenwasser.

Drive Magazin
 

Scharfe Freuden
am Chao Phraya 

 

Ein kulinarischer Streifzug

durch Bangkok

 

"Gin yé yé" lacht Anong - "hau rein!" Nein, ich soll niemanden meine Faust spüren lassen. Sondern nur endlich Löffel und Gabel in Bewegung setzen. Meine zierliche Thai-Begleiterin wünschte lediglich auf familiäre Weise einen guten Appetit. Ähnlich wie westliche Mütter und Großmütter einst mahnten: Nun iss mal tüchtig, Kind. Also zugegriffen: blanchierte Wassermimosen,  Kohlblätter, Sojasprossen, Garnelen, kunstvoll geschnitzter Tintenfisch, alles schön scharf gewürzt mit einer speziellen Ingwerwurzel und winzigen, schlanken Pfefferschoten. Außerdem: ein Tellerchen mit hauchdünnem Schweinefleisch, garniert von einem ganzen Bouquet Basilikumstengel. Dazu: frisch gedämpften Reis - arroi: echt lecker, das Ganze! 

Unser exquisites Restaurant hat zwei Räder, einen Gasbrenner und ein Sonnendach.

ssen & trinken

 

Füllhorn im Atlantik
 
Junge Chefs peppen die alten Bauernrezepte Madeiras auf
mit Exotik 

 

Das Paradies öffnet morgens um sieben. Es trägt den schlichten Namen Mercado dos Lavradores und liegt im Herzen des alten Funchal. Die Pforte säumen blauweiße Kachelbilder und prächtige Blütenbouquets in allen Formen und Farben; im offenen Hofgeviert dahinter beginnt das Reich von Obst und Gemüse. Süßkartoffeln, Yams, die stachelig-grünen Pimpinelos, gesprenkelte Bohnen und rotweiße Rübchen türmen sich in grob geflochtenen Stulpenkörben; Tomatillos, Mango, Papaya, Guaven, Bananen, Feigen, Zitronen, Orangen, Anonas und Dutzende anderer exotischer Früchte, hübsch aufgeschichtet zu Pyramiden oder arrangiert zu flachen Reliefs, betören das Auge.